Sein wie Gott (im Guten Sinn!)
2 Pet 1,3-8 Da seine göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur Gottesfurcht geschenkt hat durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch ⟨seine⟩ eigene Herrlichkeit und Tugend, durch die er uns die kostbaren und größten Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur werdet, die ihr dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist, entflohen seid: Eben deshalb wendet aber auch allen Fleiß auf und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis, in der Erkenntnis aber die Enthaltsamkeit, in der Enthaltsamkeit aber das Ausharren, in dem Ausharren aber die Gottesfurcht, in der Gottesfurcht aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe! Denn wenn diese ⟨Dinge⟩ bei euch vorhanden sind und zunehmen, lassen sie ⟨euch⟩ im Hinblick auf die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus nicht träge und nicht fruchtlos sein.
“Willst du sein wie Gott?” Fleißigen Bibellesern kommt diese Frage in einem negativen Sinn bekannt vor. Aber hier dürfen wir sie uns ganz positiv stellen. Gott hat uns alles geschenkt, um “Teilhaber der göttlichen Natur” zu werden. Wir können nicht allmächtig, allgegenwärtig oder allwissend werden; aber unser Charakter kann so ähnlich werden wie seiner.
Wie? Die Schlüssel im Text sind Erkenntnis und Tugend. Dieses Wort, Tugend, kommt uns kaum noch bekannt vor. Und wenn, dann meinen wir einfach eine gute Eigenschaft: “Pünktlichkeit ist eine Tugend”, aber hier ist es viel umfassender. Andere übersetzen es als Exzellenz, wieder andere als Charakterfestigkeit. Gott hat ganz viel davon, und unsere soll mehr werden. Im Leben zeigt sie sich als Enthaltsamkeit, Ausharren, Gottesfurcht, Bruderliebe oder Liebe (und vieles mehr).
Ja, aber wie komme ich zur Tugend? “Durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat”, also indem ich ihn mehr verstehe. Und wie kann ich ihn mehr erkennen? “Wenn diese Dinge [Tugend] vorhanden sind, lassen sie euch im Hinblick auf die Erkenntnis … nicht fruchtlos sein”. Zusammengefasst ist es eine Kettenreaktion: Wenn ich mehr von ihm erkenne, hilft das meinem Charakter, und dann erkenne ich wieder mehr.
Der erste Schritt: Nimm die Bibel in die Hand, schlage sie auf und bitte ihn, sich dir zu zeigen! Der zweite Schritt: lass dir von ihm auch zeigen, wo die Ecken und Kanten deines Charakters sind, die er schleifen möchte. Und als Letztes: Ändern wir diese Dinge mit seiner Hilfe!
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