Die Schuld der Schafe

Jes 53,6 Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen ⟨eigenen⟩ Weg; aber der HERR ließ ihn treffen unser aller Schuld.


Mehr als einmal werden wir Menschen in der Bibel mit Schafen verglichen. Schafe sind liebenswert… aber nicht besonders intelligent. Sie können sich leicht verirren, und trotzdem werden sie von alters her auf Weiden auf Hügeln und Bergen gehalten. Der Hirte muss dort auf sie aufpassen und ihnen zeigen, wo sie bleiben dürfen – in Sicherheit vor natürlichen Feinden oder Abgründen, und versorgt mit allem Guten.

Ohne Gott sind wir wie Schafe ohne einen Hirten. Manche stürzen ab (vielleicht durch Drogen oder Verbrechen), andere finden nur spärliche Nahrung (und suchen sie in Beziehungen oder nutzloser Zerstreuung), viele schlagen sich ganz gut durch, werden aber nie in Sicherheit sein.

“Der Herr aber ließ ihn treffen unser aller Schuld” – was? Hättest du erwartet, dass der Vers so endet? Die Lösung scheint nicht zum Problem zu passen. Ich hätte erwartet: “Der Herr aber wurde uns zum Hirten”, oder so ähnlich.

Doch, die Lösung passt genau: Wir sind deshalb wie einsame Schafe, weil wir davongelaufen sind. Selbst Schuld. Und diese Schuld muss bei Gott auch bezahlt werden. Vielleicht hilft uns hier eher das bekannte Bild vom Sohn, der sich mit dem ganzen Geld des Vaters davongemacht hat, und dann Jahre später hungrig und abgerissen zurückkommt. Jemand musste für all das bezahlen – und der Vater hat es bereits getan, indem er dem Sohn das Geld gegeben hatte, und es nicht zurückfordert.

Auch hier bezahlt der HERR selbst die Schuld, indem er als Mensch auf die Erde kommt und sich am Kreuz töten lässt. Damit stellt er die Beziehung zwischen Schaf und Hirte wieder her. “Ich bin der gute Hirte” würde Jesus Jahrhunderte später sagen. “Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe”. Ich bin das Schaf. Sein Leben hat er für mich gelassen. Jetzt darf ich mich von ihm führen lassen auf alle guten Weiden!


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