Mein Vater im Himmel
Mt 6,9-10 Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden!
Wenn wir als Christen beten, dann beten wir zu unserem Vater. Nicht etwa zu einem distanzierten und fernen Gott. Nicht zu einem Tyrannen, der uns nicht kennt. Nicht zu einem Wesen, das wir erst durch Opfer besänftigen müssten. Wir brauchen keinen Schamanen, Priester oder Heiligen, um Fürsprache für uns einzulegen. Wir kommen zu unserem Vater.
Und dieser ist ein vollkommener Vater, nicht so fehlerhaft wie unsere eigenen Väter, oder wie wir es unseren Kindern gegenüber sind. Ein Vater, der uns liebt, das Beste für uns will, und uns gute Aufgaben gibt. Er wird uns immer hören. “Der du bist in den Himmeln” sagt ja nicht, dass er weit weg ist, sondern eher, dass er allgegenwärtig ist – und deshalb auch mit uns.
Und jetzt denk nach über die Wünsche, die wir an ihn herantragen: “geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe”. Sind das die dringendsten Anliegen deines Herzens? Wenn sie uns kalt lassen, zeigt es vor allem eines, nämlich dass wir nicht verstehen, dass Gott unser Vater ist. Wenn ich das verstehe, erscheinen diese Bitten in einem völlig neuen Licht: Es ist mein Vater, dem die Welt gehört! (Wer bin dann ich?) Es ist mein Vater, den die Menschen “heiligen”, also respektieren sollen – und er ist es wert. Ich ja stolz auf meinen Vater, weil ich sein Sohn bin. Es ist mein Vater, der sie auch regieren sollte (und der dazu tausendmal besser geeignet ist als jeder Mensch). Es ist mein Vater, der der rechtmäßige König ist, und auf den man hören sollte. Wie ändert dieses Bewusstsein dein Denken als sein Sohn oder seine Tochter?
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